Unser Kodex, Regel 2

Ist-Miete, Soll-Miete, Potenzial: Wie wir Fakten von Annahmen trennen

Wer eine vermietete Immobilie kauft oder verkauft, muss wissen, was vertraglich vereinbart ist, was tatsächlich fließt und was nur eine Annahme über die Zukunft ist. Wir halten diese drei Ebenen getrennt.

Kurz gesagt

Vertraglich vereinbarte Nettokaltmieten, tatsächliche Zahlungseingänge und mögliche künftige Mieten werden getrennt ausgewiesen; Bezugszeitraum und Berechnungsgrundlage stehen jeweils dabei. Genehmigte Vorhaben, ungeprüfte Ideen und Prognosen werden unterschiedlich gekennzeichnet.

Drei Begriffe, die häufig verwechselt werden

BegriffWas er bedeutet
VertragsmieteDie im Mietvertrag vereinbarte Nettokaltmiete, unabhängig davon, ob sie tatsächlich bezahlt wird
ZahlungseingangWas tatsächlich auf dem Konto ankommt, inklusive möglicher Rückstände oder Minderungen
EntwicklungspotenzialEine Annahme über eine mögliche künftige Miete, etwa nach Modernisierung oder Neuvermietung, keine zugesagte Einnahme

Der Begriff „Soll-Miete“ wird in der Praxis unterschiedlich verwendet: mal als vertraglich geschuldete Miete, mal als Annahme bei Vollvermietung, mal als Entwicklungsszenario. Wir benennen deshalb bei jeder Zahl, welche der drei Bedeutungen gemeint ist.

Wie wir mit Annahmen und Prognosen umgehen

Genehmigte Vorhaben, etwa ein bereits erteilter Baugenehmigungsbescheid, werden anders gekennzeichnet als ungeprüfte Ideen, die noch keinen Nachweis haben. Auch bei Einfamilienhäusern und Villen unterscheiden wir vorhandene Eigenschaften von denkbaren Umbauten. Bekannte relevante Einschränkungen, etwa Denkmalschutz oder ein laufender Rechtsstreit, sprechen wir früh an, statt sie erst im Datenraum auftauchen zu lassen.

Was das für Exposé und Datenraum bedeutet

Jede Zahl im Exposé und im Datenraum bekommt eine Quelle, den Bezugszeitraum und, wo relevant, den Prüfstand. Ein Käufer soll erkennen können, ob eine Angabe belegt, angenommen oder noch offen ist. Das reduziert das Risiko, dass eine vermeintliche Tatsache sich erst im Notartermin als Annahme herausstellt.

Daran erkennbar

Exposé und Datenraum benennen Quellen, Annahmen, offene Punkte und den jeweiligen Prüfstand.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ist-Miete und Soll-Miete?
Die Begriffe werden unterschiedlich verwendet. Wir weisen deshalb vertragliche Nettokaltmieten, tatsächliche Zahlungseingänge und mögliche künftige Mieten getrennt aus, mit Zeitraum, Leerstand und Voraussetzungen. Ein Potenzial ist keine zugesagte Einnahme.
Warum ist das bei einem Mehrfamilienhaus besonders wichtig?
Weil mehrere Mietverhältnisse mit unterschiedlichen Vertragsmieten, Zahlungshistorien und Entwicklungsmöglichkeiten zusammenkommen. Eine pauschale Durchschnittsmiete würde diese Unterschiede verdecken.
Gilt die Trennung von Fakten und Potenzialen auch bei Einfamilienhäusern?
Ja. Dort unterscheiden wir vorhandene Eigenschaften, etwa die tatsächliche Wohnfläche, von denkbaren Umbauten oder Erweiterungen, die noch nicht umgesetzt oder genehmigt sind.

Teil unseres Kodex, Regel 2 von 5. Alle fünf Regeln im Überblick: Unser Kodex.

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