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Immobilien-Glossar: Begriffe rund um Verkauf, Bewertung und Ankauf

47 Begriffe, kurz und verständlich erklärt.

Kurz gesagt

Dieses Glossar erklärt 47 Begriffe rund um Immobilienverkauf, Bewertung, Wohnungseigentum, Investment und Pflegeimmobilien in jeweils ein bis zwei Sätzen. Es hilft Ihnen, Gutachten, Angebote und Verträge zu verstehen, bevor Sie entscheiden.

Bewertung

Verkehrswert

Der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr zum Bewertungsstichtag ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre. Er wird auch Marktwert genannt (§ 194 BauGB).

Bodenrichtwert

Der durchschnittliche Lagewert für Grund und Boden je Quadratmeter in einem Gebiet mit weitgehend gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Der Gutachterausschuss ermittelt ihn.

Ertragswertverfahren

Bewertungsverfahren für Renditeobjekte wie Mehrfamilienhäuser. Der Wert ergibt sich aus den nachhaltig erzielbaren Erträgen und dem Bodenwert (ImmoWertV).

Vergleichswertverfahren

Bewertungsverfahren, bei dem der Wert aus Kaufpreisen vergleichbarer Objekte abgeleitet wird. Es wird häufig für Eigentumswohnungen und Grundstücke genutzt.

Sachwertverfahren

Bewertungsverfahren aus Bodenwert und Herstellungskosten der Gebäude abzüglich Alterswertminderung. Es wird häufig für selbst genutzte Einfamilienhäuser verwendet.

Liegenschaftszins

Zinssatz, mit dem Grundstücke im Durchschnitt marktüblich verzinst werden. Die Gutachterausschüsse leiten ihn aus Kaufpreisen ab.

Restnutzungsdauer

Zeitraum, in dem ein Gebäude bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung noch wirtschaftlich genutzt werden kann.

Jahresrohertrag

Summe der bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung nachhaltig erzielbaren Einnahmen aus einem Grundstück, meist die Nettokaltmiete pro Jahr.

Reinertrag

Jahresrohertrag abzüglich der Bewirtschaftungskosten.

Bewirtschaftungskosten

Kosten für Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis und nicht umlagefähige Betriebskosten.

Vervielfältiger

Barwertfaktor, mit dem der Reinertrag des Gebäudes kapitalisiert wird. Er hängt von Liegenschaftszins und Restnutzungsdauer ab.

Kaufpreisfaktor

Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettokaltmiete. Ein Faktor von 20 bedeutet, dass der Kaufpreis 20 Jahresmieten entspricht.

Mietspiegel

Übersicht der ortsüblichen Vergleichsmieten einer Gemeinde, aufgeteilt nach Merkmalen wie Lage, Baujahr und Ausstattung.

Wohnflächenberechnung

Ermittlung der Wohnfläche nach der Wohnflächenverordnung. Balkone und Terrassen werden in der Regel zu einem Viertel, höchstens zur Hälfte angerechnet.

Verkauf und Kosten

Alleinauftrag

Vertrag, in dem Sie einen Makler exklusiv mit dem Verkauf beauftragen. Sie beauftragen für die Laufzeit keinen weiteren Makler.

Maklerprovision

Vergütung des Maklers bei erfolgreicher Vermittlung. Bei Einfamilienhäusern und Wohnungen mit einer Privatperson als Käufer gilt die gesetzliche Teilung (§ 656c BGB).

Notar

Amtsträger, der den Kaufvertrag beurkundet und die Abwicklung begleitet, von der Auflassung bis zum Grundbuch.

Auflassungsvormerkung

Eintrag im Grundbuch, der den Anspruch des Käufers auf Übertragung des Eigentums sichert, bis er selbst als Eigentümer eingetragen ist.

Kaufnebenkosten

Kosten zusätzlich zum Kaufpreis, vor allem Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten und gegebenenfalls Maklerprovision.

Grunderwerbsteuer

Steuer auf den Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie. In NRW beträgt sie 6,5 % des Kaufpreises und wird in der Regel vom Käufer getragen.

Grundschuld

Grundpfandrecht im Grundbuch, das ein Darlehen sichert. Beim Verkauf wird sie in der Regel gelöscht.

Vorfälligkeitsentschädigung

Entschädigung an die Bank, wenn ein Darlehen mit laufender Zinsbindung vorzeitig zurückgezahlt wird.

Energieausweis

Dokument über die energetische Qualität eines Gebäudes. Verkäufer müssen ihn Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung vorlegen.

Spekulationsfrist

Zehnjahresfrist nach § 23 EStG. Gewinne aus dem Verkauf nicht selbst genutzter Immobilien innerhalb dieser Frist sind steuerpflichtig.

Off-Market

Vermarktung einer Immobilie ohne öffentliches Inserat an einen vorgeprüften Kreis von Interessenten.

Baulast

Öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Bauaufsichtsbehörde, die im Baulastenverzeichnis eingetragen wird.

Vorkaufsrecht

Recht einer dritten Person oder Stelle, in einen Kaufvertrag einzutreten, etwa das gesetzliche Vorkaufsrecht einer Gemeinde.

Erbbaurecht

Recht, auf einem fremden Grundstück ein Gebäude zu haben. Dafür wird ein Erbbauzins gezahlt.

Nießbrauch

Recht, eine fremde Sache zu nutzen und deren Erträge zu ziehen, zum Beispiel Mieteinnahmen einer Immobilie.

Wohnungsrecht

Recht, eine bestimmte Wohnung zu bewohnen, ohne Eigentümer zu sein. Es wird im Grundbuch eingetragen.

Wohnungseigentum

Teilungserklärung

Dokument, das ein Gebäude in Wohnungseigentum aufteilt und Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum festlegt.

Hausgeld

Monatliche Zahlung der Eigentümer an die Gemeinschaft für Bewirtschaftung, Verwaltung und Rücklage.

Instandhaltungsrücklage

Rücklage der Eigentümergemeinschaft für spätere Reparaturen und Erneuerungen am Gemeinschaftseigentum.

Sondernutzungsrecht

Recht eines Eigentümers, einen Teil des Gemeinschaftseigentums allein zu nutzen, zum Beispiel eine Terrasse oder einen Stellplatz.

Investment

Rendite

Verhältnis des Ertrags zum eingesetzten Kapital. Bei Immobilien wird zwischen Brutto- und Nettorendite unterschieden.

Cashflow

Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben, bei Immobilien nach Bewirtschaftungskosten, Zinsen und Tilgung.

Asset Deal

Direkter Erwerb der Immobilie. Es fällt die volle Grunderwerbsteuer an, und die Gebäude-AfA beginnt neu.

Share Deal

Erwerb von Anteilen an einer Objektgesellschaft statt der Immobilie selbst. Steuerliche Schwellen nach § 1 GrEStG sind zu beachten.

WALT

Weighted Average Unexpired Lease Term, die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge.

NOI

Net Operating Income, das Nettobetriebsergebnis: Mieteinnahmen abzüglich der nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten.

Pflegeimmobilien

Pflegeapartment

Wohneinheit in einer Pflegeeinrichtung, die als Sondereigentum erworben und an den Betreiber verpachtet wird.

Betreiber

Unternehmen, das die Pflegeeinrichtung führt und die Apartments vom Eigentümer pachtet. Seine Bonität bestimmt maßgeblich den Ertrag.

Pachtvertrag

Langfristiger Vertrag zwischen Eigentümer und Betreiber. Laufzeit, Verlängerung, Wertsicherung und Instandhaltung sind zentrale Punkte.

Double Net und Triple Net

Vertragsarten, die regeln, wer Instandhaltungskosten trägt. In der Regel trägt bei Double Net der Eigentümer Dach und Fach, bei Triple Net trägt der Betreiber auch diese Kosten. Maßgeblich ist der Pachtvertrag.

Belegungsrecht

Recht des Eigentümers oder von Angehörigen, bei Bedarf einen Pflegeplatz zu erhalten. Umfang und Geltungsbereich sind je Betreiber unterschiedlich.

Degressive AfA

Abschreibung in fallenden Jahresbeträgen. Ob und in welcher Höhe sie gilt, klärt der Steuerberater.

Sonder-AfA

Zusätzliche Abschreibung, etwa für den Neubau bezahlbarer Mietwohnungen nach § 7b EStG. Sie ist an Voraussetzungen gebunden, die im Einzelfall zu prüfen sind.

Allgemeine Begriffserklärungen, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Weitere Informationen: Bodenrichtwerte, Mehrfamilienhaus bewerten, Pflegeapartments: Häufige Fragen.

Nächster Schritt

Ein Begriff bleibt unklar? Wir erklären Ihnen Ihre Unterlagen im persönlichen Gespräch. Das Erstgespräch für Eigentümer ist kostenfrei.

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