Eine KI kann eine erste Spanne nennen. Für einen Preis, auf den Sie Ihre Entscheidung stützen, braucht es geprüfte Daten und jemanden, der dafür einsteht.
Viele Eigentümer holen sich vor dem ersten Gespräch mit einem Makler eine Einschätzung von einem KI-Assistenten ein. Das ist verständlich: Sie bekommen schnell eine erste Orientierung. Entscheidend ist, wie Sie mit dieser Antwort weiterarbeiten.
Meine Einschätzung: Eine KI kann eine erste Spanne nennen. Für einen Preis, auf den Sie Ihre Entscheidung stützen, braucht es geprüfte Daten und jemanden, der dafür einsteht.
Was eine KI-Antwort Ihnen geben kann
Ein KI-Assistent kann Ihnen helfen, sich vorzubereiten. Er kann erklären, welche Faktoren den Wert einer Immobilie beeinflussen, welche Unterlagen Sie sammeln sollten und welche Fragen im Verkaufsprozess auftauchen.
Auch eine erste Preisspanne ist möglich. Sie kann ein Ausgangspunkt sein, um zu verstehen, ob Ihre eigene Vorstellung grob im Bereich des Üblichen liegt.
Was ihr für eine belastbare Aussage fehlt
Für Ihre konkrete Immobilie fehlen einer KI Dinge, die den Preis spürbar verändern:
- der tatsächliche Zustand von Dach, Heizung, Fenstern und Leitungen,
- die genaue Lage innerhalb eines Straßenzugs, etwa zur Belichtung, zum Lärm oder zum Umfeld,
- die aktuelle Nachfrage in Ihrem Veedel und die Preise zuletzt tatsächlich abgeschlossener Verkäufe,
- rechtliche Besonderheiten wie Rechte Dritter, Baulasten oder Nutzungsbeschränkungen.
Hinzu kommt: Generative KI kann plausibel klingende, aber falsche Angaben erzeugen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt solche Risiken in seiner Veröffentlichung zu generativen KI-Modellen. BSI: Generative KI-Modelle
Eine Zahl, die überzeugend formuliert ist, bleibt deshalb eine Annahme, bis sie überprüft wurde.
Wer trägt die Verantwortung?
Beim Verkauf Ihrer Immobilie geht es um einen hohen Betrag, oft den größten, den Sie in Ihrem Leben bewegen. Stellen Sie sich eine einfache Frage: Würden Sie eine solche Entscheidung allein auf die Antwort eines Programms stützen und im Zweifel keinen Ansprechpartner haben?
Selbst wenn eine Auskunft meistens stimmt, bleibt die Frage, an wen Sie sich wenden, wenn sie in Ihrem Fall nicht stimmt. Ein Programm übernimmt keine Verantwortung für seine Aussage. Ein Berater kann das tun, wenn er seine Empfehlung begründet und für sie einsteht.
So nutzen Sie die KI-Antwort sinnvoll
Sie müssen die Antwort nicht verwerfen. Gehen Sie in drei Schritten vor:
1. Notieren Sie die genannte Spanne und die Annahmen, auf denen sie beruht. 2. Bringen Sie das Ergebnis zum Gespräch mit und lassen Sie sich erklären, wo Vergleichsdaten und Besichtigung zu anderen Werten führen. 3. Bitten Sie darum, Abweichungen nachvollziehbar zu begründen: Welche Verkäufe wurden herangezogen, und was unterscheidet sie von Ihrer Immobilie?
So wird die KI-Antwort zu einer Gesprächsgrundlage. Wie ein Angebotspreis aus solchen Daten entsteht, beschreibe ich in Ein guter Angebotspreis braucht eine Begründung.
Was ein Makler dann noch leistet
Wenn Eigentümer besser vorinformiert sind, verschiebt sich der Nutzen eines Maklers. Er muss nicht mehr erklären, was eine Information bedeutet. Er muss sie prüfen, einordnen und auf Ihre Situation beziehen.
Dazu gehört auch, Informationen aus dem Internet oder von einer KI offen zu besprechen, statt sie zu übergehen. Wie ich den Einsatz von KI auf Seiten des Maklers einordne, beschreibe ich in KI beim Immobilienverkauf.
Für mich liegt der Wert der Beratung darin, dass Sie jemanden haben, der Ihre Fragen beantwortet, Annahmen offenlegt und Ihre Entscheidung vorbereitet.
Weitere Perspektiven
- KI beim Immobilienverkauf: Was Eigentümern wirklich hilft
- Immobilienverkauf in Köln: Ein guter Angebotspreis braucht eine Begründung
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Dieser Beitrag gibt die persönliche fachliche Einschätzung des Autors wieder und ersetzt keine individuelle Beratung. Alle Beiträge der Reihe: Kirchhoff Perspektiven.
Redaktioneller Vermerk: Geprüft und zur Veröffentlichung freigegeben durch Thorsten Kirchhoff.
