Ein Makler übernimmt Bewertung, Vermarktung, Käuferprüfung und Verhandlung und bringt Zugang zu Investoren mit. Dafür fällt Provision an. Der Privatverkauf spart sie, verlangt aber Zeit und Marktkenntnis. Der Vergleich lohnt nur, wenn Sie Nettoerlös, Dauer und Aufwand gemeinsam betrachten. Fragen Sie jeden Makler nach Vorgehen und Konditionen.
Ob sich ein Makler beim Mehrfamilienhaus lohnt, lässt sich nicht pauschal sagen. Rechnen Sie nicht nur die Provision, sondern Nettoerlös, Dauer und Aufwand gegeneinander.
Was ein Makler übernimmt
Ein Makler bewertet das Haus, bereitet Unterlagen und Exposé vor, wählt den Vermarktungsweg, spricht passende Käufer an, prüft deren Finanzierung und begleitet Verhandlung und Notartermin. Bei Mehrfamilienhäusern kommt der Zugang zu Investoren hinzu, die nicht über Portale suchen.
Was der Privatverkauf verlangt
Sie tragen alle genannten Aufgaben selbst. Das kostet Zeit, die sich bei laufender Vermietung und eigenem Beruf leicht unterschätzen lässt. Dazu kommt das Risiko, den Preis falsch anzusetzen oder Käufer nicht ausreichend zu prüfen.
Ein Vergleich im Überblick
| Kriterium | Mit Makler | Privatverkauf |
|---|---|---|
| Kosten | Provision, vorab zu vereinbaren | keine Provision |
| Aufwand | gering bis mittel | hoch |
| Käuferzugang | Netzwerk und Portale | eigene Kontakte und Anzeigen |
| Preisfindung | Herleitung und Marktkenntnis | Eigeneinschätzung |
| Risiko | Auswahl des Maklers | Preis, Prüfung, Haftung |
Zur Provision
Die gesetzlichen Regeln zur Teilung der Provision zwischen Verkäufer und Käufer (§§ 656a bis 656d BGB) betreffen Wohnungen und Einfamilienhäuser. Bei Mehrfamilienhäusern ist die Aufteilung Verhandlungssache und sollte vor Auftragserteilung schriftlich geklärt werden. Einen ausführlichen Vergleich beider Wege finden Sie im Beitrag Makler oder Privatverkauf.
Fragen Sie jeden Makler nach Vorgehen, Käuferzugang und Konditionen und lassen Sie sich Leistungen schriftlich bestätigen.
Woran Sie einen passenden Makler erkennen
Achten Sie auf nachvollziehbare Bewertungen statt Wunschpreise, auf offene Aussagen zu Konditionen und auf Erfahrung mit Mehrfamilienhäusern in Ihrer Lage. Lassen Sie sich zeigen, wie der Käuferkreis angesprochen wird und welche Unterlagen Sie liefern müssen. Misstrauen ist angebracht, wenn ein Preis ohne Herleitung versprochen wird oder Druck zum schnellen Auftrag entsteht. Ein guter Makler erklärt auch die Grenzen seines Vorgehens, zum Beispiel dass Verkaufsdauer und Preis nicht zugesagt werden können.
Bei der Entscheidung hilft eine einfache Gegenrechnung: Welche Nettoerlöse und welche Kosten erwarten Sie jeweils, und welche Dauer halten Sie für realistisch? Wer beide Wege in Zahlen vergleicht, entscheidet meist sicherer.
