Asbest kann in jedem Gebäude stecken, das vor oder während 1993 gebaut oder saniert wurde. Gefährlich wird er, sobald fest gebundene Bauteile beschädigt werden und Fasern frei werden, etwa beim Bohren, Schleifen oder Abbrechen. Vor jeder Renovierung sollte deshalb die Untersuchung durch einen Sachverständigen stehen.
Wo Asbest in Gebäuden vorkommt
Asbest galt lange als ideales Baumaterial: hitzebeständig bis 1.000 °C, nicht brennbar, beständig gegen Fäulnis und Korrosion und gut mit Zement mischbar. Deshalb wurde er bis zum Verbot im Oktober 1993 in vielen Bauteilen verwendet.
| Bauteil | Typische Beispiele | Hinweis |
|---|---|---|
| Faserzement | Dachplatten, Rohre, Fassadenverkleidungen | Fest gebunden, Gefahr erst bei Beschädigung |
| Dämmstoffe | Wärme- und Brandschutzdämmungen | Vor Umbauten untersuchen lassen |
| Elektroinstallation | Feuerfeste Zwischenlage in Abzweigdosen | Nicht selbst öffnen oder entfernen |
| Geräte | Nachtspeicheröfen, Toaster, Bügeleisen | Fachgerecht entsorgen |
Warum das Verbot die Gefahr nicht beendet hat
Asbest wurde im Oktober 1993 deutschlandweit verboten. Gebäude, die davor gebaut oder saniert wurden, können den Baustoff bis heute enthalten. Ein allgemeines Sanierungsgebot gibt es bisher nicht, deshalb stecken in vielen Altbauten weiterhin asbesthaltige Produkte. Der Name passt dazu: Asbest bedeutet im Altgriechischen unvergänglich.
So gehen Sie vor einer Renovierung vor
- Baujahr prüfen: Bei Baujahr 1993 oder früher besteht Verdacht.
- Sachverständigen beauftragen, der das Gebäude besichtigt und von verdächtigen Bauteilen Proben entnimmt.
- Laborergebnis abwarten, bevor Sie Arbeiten beginnen.
- Bei bestätigtem Verdacht ein Fachunternehmen für Sanierung und Entsorgung beauftragen, denn dort sind Sachkunde und Schutzausrüstung vorhanden.
- Verdächtige Bauteile nicht in Eigenleistung bearbeiten, auch nicht bei kleinen Heimwerkerarbeiten.
Warum Asbest die Gesundheit schädigt
Asbestfasern sind lang, spitz und nur 1 bis 2 Mikrometer dick. Werden sie eingeatmet, setzen sie sich im Mesothel ab, der Zellschicht um die inneren Organe. Der Körper kann sie dort nicht entfernen. Die wiederkehrenden Mikroverletzungen lösen eine Immunreaktion aus, die Zellteilung und Tumorbildung fördert. Mögliche Folgen sind Lungenerkrankungen, Lungenkrebs und Krebs im Brust- oder Bauchfellbereich. Sie treten meist 15 bis 45 Jahre nach dem Kontakt auf.
Was das für Kauf und Verkauf bedeutet
Wer ein Haus mit Baujahr bis 1993 verkauft, schafft mit einer dokumentierten Untersuchung Transparenz für Käufer und finanzierende Banken. Wer kauft, rechnet mögliche Sanierungskosten in die Gesamtinvestitionskosten ein, bevor er den Kaufpreis festlegt.
Häufige Fragen
Ab welchem Baujahr besteht Asbestverdacht?
Darf ich Asbest selbst entfernen?
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